Was ist Achtsamkeit?

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… und WARUM wenden sich immer mehr Menschen der Achtsamkeit zu?

Viele Menschen wünschen sich in einer Welt von immer mehr immer schneller und immer unsicherer im Außen, innere Ruhe und Gelassenheit. Sie möchten lernen, mit ihrem Stress oder bestimmten Ängsten umzugehen. Im Arbeitsleben und im Familienalltag. Sich besser zu konzentrieren ist ebenso einer der Gründe in das Thema Achtsamkeit einzusteigen, wie die eigene Gesundheit und unsere Resilienz zu stärken.

Für mich war Achtsamkeit ein Schlüssel um mich Selber wieder zu finden und um zu verstehen, dass Sicherheit und die Ursachen für meine Gefühle, nicht im Außen zu suchen sind, sondern in mir Selbst.

Achtsamkeit bedeutet, auf eine bestimmte Art aufmerksam zu sein; bewusst, im gegenwärtigen Moment und ohne zu bewerten.

Jon Kabat-Zinn

… ein Augenblick

Achtsamkeit beginnt in dem Augenblick, indem wir aufmerksam auf die Dinge achten, die gerade da sind. Ohne sie zu beurteilen.. Ohne sie zu verändern. Offen und neugierig, wie ein kleines Kind. Für diesen Augenblick werden wir zur Beobachterin unserer Umgebung, unseres Tuns, unseres Körperempfindungen, unserer Gefühle und Gedanken.

Drei kleine Fragen, unterstützen uns dabei im gegenwärtigen Moment anzukommen.

  • Wo bist du? oder Was tust du?
  • Wie fühlst du dich?
  • Was tust du bewusst für eine Minute im Hier und Jetzt ?

Ich sitze hier an meinem Laptop und schreibe diesen Blogartikel zum x-ten mal neu. Ich fühle mich angespannt und ungeduldig weil ich mich mit dem komplexen Thema „verzettelt habe. Ich nehme für die nächste Minute meine Brille ab und spüre meinen Atem.

GENAU DAS ist ACHTSAMKEIT
Nichts anderes als aufmerksam und bewusst und immer wieder in diesem klitzekleinen Moment des SEINs anzukommen.

DaniEla

… Innehalten

Achtsamkeit ist bewusstes Innehalten. So entsteht ein ZwischenRaum, der uns hilft, alltägliche Stresssituationen zu erkennen und bewusster damit umzugehen. Die Entschleunigung öffnet einen Raum zwischen TUN und SEIN. Je öfter wir Achtsamkeit üben, desto schneller können wir umschalten vom funktionieren ins in einen Moment des Seins.

Achtsamkeit bringt uns

  • von Außen nach Innen
  • von Gedanken aus Vergangenheit und Zukunft ins Erleben der Gegenwart
  • vom unbewussten Tun ins bewusste Sein
  • in Balance zwischen Stress und innerer Ruhe,
  • vom reagieren zum agieren, also zu mehr Gelassenheit

Das bewusste Erleben im Hier und Jetzt lässt uns ahnen, wer wir sind oder wer wir sein könnten. Nur wenn wir uns wieder als Ganzes wahrnehmen, können wir das Leben begreifen“

DaniEla

… Meditation

Die Begriffe Achtsamkeit und Meditation werden oft als Synonym gebraucht. Doch es gibt Unterschiede.

Von Meditation als spricht man auch als formelle Achtsamkeitspraxis. Klassische Meditationen sind zum Beispiel die Atemmeditation, der Body Scan die Sitz- und Gehmeditation. Sie üben uns in einer festgelegten Zeit, zum Beispiel 10 oder 20 Minuten, uns immer wieder zu fokussieren. Auf den Atem oder auf einen bestimmten Körperbereich. Dabei werden wir bemerken, dass die Gedanken immer wieder abschweifen, was völlig normal und in Ordnung ist. Achtsamkeit heißt nicht GedankenLos zu sein. Achtsamkeit bedeutet, die Gedanken und das Abschweifen zu bemerken und wieder zum Gegenstand der Meditation (z.B. zum Atem) zurückzukehren.

Die formelle Praxis ist eine Verabredung – mit sich selbst oder mit einer Gruppe. Es geht darum, sich die Zeit und den Raum zum Üben zu nehmen. . Hilfreich ist ein ruhiger Ort, an dem wir für einen bestimmten Zeitraum nicht gestört werden. Der passende Zeitpunkt ist für mich ist die morgendliche Stille – eine tolle Einstimmung in den Tag. Andere nutzen lieber den Abend.

Übrigens: Meditation muss NICHT auf einem Kissen und im Lotussitz stattfinden! Ein Stuhl oder Hocker, auf dem wir aufrecht mit den Füßen am Boden, sitzen können reicht völlig aus. Es ist von Vorteil, verschiedene Meditationskissen oder -bänke zunächst „Probe zu sitzen“, bevor man sich etwas kauft. Kerzen oder Räucherwerk sind ebenfalls nicht nötig um „gut“ zu meditieren. Aufmerksam im gegenwärtigen Moment zu sein mit einer gesprochenen Anleitung oder in Stille – das ist Meditation.

Das Üben von Achtsamkeit im Alltag, wie ich es hier beschreibe, nennt sich informelle Praxis. Hier braucht es manchmal eine Erinnerung, auch von Außen, um mit der Aufmerksamkeit ins „Hier und Jetzt“ zu wechseln. Das kann ein Timer sein oder zum Beispiel die Mindfullness Bell , eine einfache App mit verschiedenen Glockentönen die ich gerne nutze.

Dieser Impuls bringt uns zum mit der Aumerksamkeit, wie in der Meditation zum Beobachten des Atems, unserer Füße im Stehen oder in die sinnliche Wahrnehmung. Auch Yoga, die Feldenkrais-Methode oder die Verbindung aus Meditation, Atem, achtsamer Körperarbeit, Tanz und Imagination, die ich in meinen Seminaren anbiete, sind achtsamkeitsbasiert und unterstützen uns in der Gegenwart anzukommen und zu SEIN.

Blick in den wunderschönen Garten des Intersein-Zentum für Achtsamkeit. Mein 3-wöchiger Aufenthalt dort hat mich zur BeSINNung gebracht.

… SINNlich

Unsere fünf Sinne… fühlen… sehen… riechen… schmecken… hören… bieten uns eine tolle Möglichkeit ins „Hier und Jetzt“ zu finden. Unsere Sinne haben wir immer bei uns. Uns ganz bewusst wahrzunehmen, bringt uns zur BeSINNung. Hier einige Anregungen:

  • Zeiten des Wartens: an der roten Ampel, an der Supermarktkasse, beim Arzt… Welche Farben, Gerüche… nehme ich wahr
  • Hände waschen, duschen…
  • der Morgenkaffee – der Duft, die Wärme der Tasse, der erste Schluck…
  • Geräusche, wie das Lachen eines Kindes… – bei mir sind das unsere Katzen, die mich laut miauend begrüßen
  • ein Regenbogen, ein Baum, ein Sonnenstrahl, der durch die Wolken blinzelt..
  • auf einem achtsamen Spaziergang
  • Was fällt DIR noch ein ?

Die achtsame Wahrnehmung durch unsere fünf Sinne lässt uns und den Augenblick einfach SEIN. Wahrnehmen, was gerade ist! Die Stille, die entsteht wenn wir diese achtsamen Momente in unser Leben lassen, weckt auch unseren 6. Sinn die Intuition. Achtsamkeit lässt uns die die Wunder des Lebens und die kleinen Glücksmomente wiederentdecken.

… Tiefe

Achtsamkeit ist keine Entspannungsmethode und keine Alltagsflucht. Manchmal ist sie sogar das Gegenteil. Sie lässt uns auch unangenehme und belastende Gedanken und Gefühle wahrnehmen, die wir im unbewussten Alltag häufig verdrängen. Doch sind es gerade diese, die wie ein Schatten im Hintergrund wirken, Sie sorgen dafür, dass wir unzufrieden und überfordert sind oder leicht aus der Haut fahren. Über einen längeren Zeitraum können sie uns auch krank machen.

Eine spannende Zahl: ungefähr 50.000 Gedanken wandern uns in unserer wachen Zeit durch den Kopf. Die Hälfte dieser Gedanken ist unbewusst. Im Buddhismus auch „Monkey Mind genannt, springen sie umher wie die Affen. Es sind die schon erwähnten unangenehmen und belastenden Gedanken. Oft entstehen sie aus Glaubenssätzen und Denkmustern, die wir schon in der Kindheit gelernt haben.

Der Raum, der entsteht, wenn wir Achtsamkeit üben, hilft uns Ruhe in die Gedanken zu bringen und zu beobachten, welche uns eher schaden. Wir lernen wahrzunehmen, dass Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen und auch der Atem miteinander verbunden sind. Und wir lernen unsere eigenen Bedürfnisse kennen und (in einem nächsten Schritt) auch auszusprechen. So Ent-Spannt sich auch unser Leben.

Beobachte dich und deine Gedanken bei einer Minute des achtsamen Innehaltens. Wie oft bist du abgelenkt von deinem Atem oder dem Spüren der warmen Tasse in deinen Händen?

DaniEla

… angeboren

Achtsamkeit ist eine angeborene Fähigkeit. Jedes Neugeborene ist im „Hier und Jetzt“. Es ist aufmerksam, wach und weit offen mit allen Sinnen, Es urteilt nicht. Es saugt ALLES auf, wie ein Schwamm. Das Fühlen, der ausgeprägteste Sinn nach der Geburt bedeutet Sicherheit.. Körperkontakt und Berührung sind lebenswichtig und notwendig für die körperliche und geistige Entwicklung der kleinen Menschenkinder. Berührt und gehalten zu werden bedeutet Urvertrauen ins Leben zu bekommen.

Da Achtsamkeit also in uns allen angelegt ist, können auch wir sie uns als Erwachsene auch wieder aneignen. Vielleicht ist das nicht die leichteste Übung für uns Perfektionisten und Ungeduldige. Doch es lohnt sich im „Hier und Jetzt“ die kindliche Kraft des (Selbst-)Vertrauens, der Verbundenheit und der offenen Neugierde wiederzuentdecken.

… sehr alt

Die Achtsamkeitspraxis hat ihren Ursprung in den buddhistischen Lehrreden, der Satipatthana Sutta. Diese sind rund 2500 Jahre alt und führen auf die Legende von Siddartha Gautama, später Buddha genannt, zurück. Als Prinz einer nordindischen Adelsfamilie geboren, wandte er sich als junger Mann vom Luxus ab und versuchte in einem asketischen Leben die Ursache für das Leiden der Menschen und einen Weg zur Erlösung des Leids zu erkennen. Beim Meditieren unter dem „Bodhi-Baum“ hatte er die Vision vom „ewigen Kreislauf des geboren Werdens, Sterbens und der Wiedergeburt. Aus dieser Erkenntnis Buddhas entstand der „Weg der Achtsamkeit“, der zur Erlösung des Leidens führt.

Achtsamkeit ist keine Religion sondern eine spirituelle Art nach ethischen Grundsätzen zu leben. Buddha selbst lehnte jeden Glauben an einen höhergestellten Gott ab – sondern stellte schon damals die Selbstverantwortung jedes Menschen für sich und sein Leben im Hier und Jetzt in den Mittelpunkt.

… und ganz modern

Selbstverantwortung ist auch die Basis der heutigen Achtsamkeitspraxis. Mit Jon Kabat-Zinn kamen die alten buddhistischen Lehren in die westliche Welt. In den 1980-er Jahren gründete er in den USA, die „Klinik für Achtsamkeit und Stressreduktion“. Das von ihm entwickelte MBSR Programm, ein 8-wöchiges Achtsamkeitstraining bei chronischen stressbedingten Krankheiten hat sich als „alternative“ Behandlungsmethode, neben üblichen medizinischen Behandlungen, etabliert. Heute ist MBSR (Mindfullness Based Stress Reduktion) nicht nur eine Methode des SelfCares und eine Behandlungsmethode bei psychischen Erkrankungen. MBSR und Achtsamkeit ist auf eine weltanschaulich neutrale Weise zum Mainstream geworden.

Mindfullness bedeutet nicht nur Achtsam zu SEIN, sondern GeistesGegenwärtig – mit dem Geist im Hier & Jetzt

DaniEla

… Veränderung

Mit Jon Kabat-Zinn wurden die (positiven) Auswirkungen des MBSR- Trainings auch klinisch erforscht. Achtsamkeit wirkt – Das ist wissenschaftlich bewiesen. Gemeinsame Studien aus Neurowissenschaft, Psychologie, Kognitionswissenschaft und der Philosophie (des Geistes) belegen die Vorteile von Achtsamkeit.

Eine regelmäßige formelle und informelle Achtsamkeitspraxis verändert uns. In nur 6-8 Wochen. Wir werden ruhiger, gelassener und aufmerksamer. Wir können uns besser selbst wahrnehmen und wir können uns besser konzentrieren und auf eine Sache fokussieren.

Neurowissenschaftliche Studien spiegeln dieses auch in der Fähigkeit unseres Gehirns sich ein Leben lang zu verändern! Diese Veränderung heißt Neuroplastizität. Gehirnstrukturen bauen sich um, vernetzen sich und kommunizieren besser oder anders. Gehirnzellen passen sich z.B. mit Wachtum an. Vorausgesetzt: wir trainieren und „füttern“ unseren Gehirnmuskel (wie andere Muskeln auch) mit entsprechend achtsamen Denken, Fühlen und Handeln.

… eine Art zu leben

Aus dem anfänglichen Warum? und der Absicht etwas im eigenen Leben zu verändern, entwickeln sich, häufig recht schnell, positive Erlebnisse, dass Achtsamkeit „wirkt“. Durch eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis bekommen wir ein feineres Verständnis für den Zusammenhäng zwischen unseren eigenen Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen. Auf einmal fühlen wir sie; die Aha- Momente der inneren Ruhe oder Gelassenheit. Wir fühlen uns mehr in Balance mit uns und unserem Leben und hoffentlich ermutigt „Dranzubleiben“.

Dann können wir loslassen von den Gründen und Zielen, die uns zur Achtsamkeit geführt haben und uns dafür entscheiden, auf eine bestimmte, aufmerksame Art unser Leben (neu) zu gestalten. Achtsamkeit wird zur Absichtslosigkeit und zu einer ART zu SEIN. Einer Kunst zu Leben. Für immer mehr Menschen ist Achtsamkeit die Basis für ein ganzheitliches und sinnerfülltes Leben. Innere Zufriedenheit und die VerBINdung zu sich selbst führt zu einer anderen Art von Mitgefühl und Verständnis für uns Selbst, für die Menschen um uns herum, allem Leben und zu Mutter Erde.

Das englische Wort PRESENT bedeutet nicht nur GEGENWART
sondern auch GESCHENK
Achtsamkeit ist demnach das Geschenk der Gegenwart

DaniEla

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